Bildraum 01
10. Mai 2017 bis 16. Juni 2017

JULIANA HERRERO

REM

 

Bildraum 01 | Wien 1, Strauchgasse 2
Öffnungszeiten: Di-Fr, 13-18 Uhr  

Eröffnung: Dienstag, 9. Mai 2017, 19 Uhr

Begrüßung:
Günter Schönberger, Bildrecht


Zur Ausstellung:
Alexandra Grausam, das weisse haus

In der im Bildraum 01 präsentierten Ausstellung „REM“ stellt Juliana Herrero visuellen Eindrücken Klangräume gegenüber. Die argentinisch-stämmige Künstlerin dringt in ihren Interventionen an die Grenzen von Provokation, konzentrierter Wahrnehmung und des Utopischen vor. Ihre Installationen markieren eine neue konzeptionelle Entwicklung, denn obwohl statisch, setzten sie durch Klangvibrationen kinetische Energie im Dialog zwischen analoger und digitaler Technik frei.

In der Arbeit A white Sound, the grilles and the sea (2016) dechiffriert Juliana Herrero visuelle Informationen der Außenwelt und transformiert sie in ein auditives Erleben und wieder zurück. Diese überaus intime und subtile Arbeit nimmt ihren Ursprung in akustischen Dissektionen der Geräuschkulissen ihrer argentinischen Heimatstadt. Spontan herausgefilterete Sequenzen werden von der Künstlerin ohne analytisches Überlegen zu experimentellen Cyanotypen zusammengesetzt. Juliana Herrero fragt hier nach dem spezifischen Sound des Öffentlichen und des Privaten, wie kann Wahrgenommenes die Wahrnehmung verändern, wie klingt „Freiheit“ und wie „Zwang“? In der aktuellen Arbeit Just another series of BLUES (2017) dringt sie weiter zu einer emotionale Ebene vor. Die aus Wasserfarben und Meersalz gefertigten Papierarbeiten repräsentieren das Wesen von Herreros Musikalität und lassen in ihrer Abstraktion für den aufmerksamen Betrachter ein inneres Klangerlebnis entstehen.  

Ausgehend von dieser großen Sensibilität spürt die Künstlerin einem weitreichenden Spektrum zeitgenössischer Kommunikation nach, verbindet, verfremdet und lässt ihre Ergebnisse durch verschiedene Medien zur Entfaltung kommen. Die Videoarbeit Invisible Cities führt etwa, begleitet vom Rhythmus eines Herzschlages und unterbrochen von Schnarchgeräuschen, in ein „Makro“-Spektrum osteuropäischer Städte. Invisible Cities richtet den Blick auf den Boden, stößt sich am Untergund, drängelt, bohrt, fällt tiefer hinein in die Realitäten und hastet ins Unterbewusste. Die Arbeit verbindet alltägliche Elemente der Straße mit überarbeiteten politischen Karten Osteuropas und Patagonien, die mit imaginären Landschaftsaufnahmen versetzt wurden. Ohne jegliche Spur von koheränten visuellen Anhaltspunkten bilden Körpergeräusche die einzig wahre Konstante, die Herreros unsichtbare Städte zu organischen Reflexionen tatsächlicher Artefakte und imaginierter Assoziationen transformiert.

Im Bildraum 01 kombiniert Juliana Herrero gekonnt feine metallische Linien, filigrane Netze, zarte Reflexionen und einen leisen Sound mit fiktiven Städten voller Geschichten, mit Erinnerungsspuren, die uns wispernd verzaubern. 
 


Dauer der Ausstellung: 10. Mai – 16. Juni 2017

Mehr Informationen auf der Homepage von Juliana Herrero

ÜBER DIE KÜNSTLERIN
Juliana Herrero
*1975 in Choele, Choel RN, Argentinien. Lebt und arbeitet in Wien.

AUSBILDUNG
2005-2006 Film, Städelschule, Staatliche Hochschule f. Bildende Künste (DE), Prof. Mark Leckey;
2002-2004 Konzeptionelles Design (Architektur Klasse), Städelschule Staatliche Hochschule f. Bildende Künste, (DE), Prof. Ben van Berkel (Postgraduate);
1994-2000 Architektur, FADU, UBA (Diplom), Buenos Aires (AR);
1986-1992 Tanz & Musik, INSA Instituto Nac./ heute Gral. Roca, R.N. (AR)

AUSSTELLUNGEN (in Auswahl):
2017 REM, Bildrecht, Wien (S) // Transitions of Energy, K. H. Renlund Museum, Kokkola, Finnland // Transitions of Energy, Museum of Kymenlaakso, Kotka, Finnland;
2016 TENTOONE, Kunstraum SUPER, Vienna ArtWeek 2016, Wien // Out of the Blue, Sound of paper, SpotteArt NY // Transitions of Energy, Kajaani Art Museum, Kajaani, Finnland // 10 Jahre KUNSTZELLE, WUK Hof, Wien // LEAVE A COMMENT, Sociology Institute, UniWien;
2015 Premio Fundación Andreani a las Artes Visuales, Centro Cultural Borges, Buenos Aires // Transitions of Energy, Kunsthalle LAB, Bratislava // UEBERSCHREITUNGEN, Symposionshaus Lindabrunn // random thoughts of a daily light, das weisse haus, Wien
2014 INTERFERENCES ::: Utopia in Transit, studio das weisse haus, Wien // INVASION, Buenos Aires-Berlin, Kotti–Shop, Berlin // La Mia Camera, Kunstzelle WUK, Wien (S) // Paraflows.9 INTIMACY, Künstlerhaus, Wien // Kaleidoskop, 18M Salon, Berlin // Kaleidoskop, Maison de l’Argentine, Cité Internationale Universitaire de Paris;
2013 Kaleidoskop, LateinAmerica-Institute, Wien // Vienna ArtWeek, Open Studio Day, studio das weiße haus, Wien;
2012 EMOTIONALE PASSAGEN, WUK Projektraum, Wien // Kaleidoskop, ATELIER FRANKFURT, Frankfurt am Main;
2011 EMOTIONALE PASSAGEN, LateinAmerica-Institute, Wien // Acoustic Cloud Remix, Kooperationsprojekt Art & Science Class, Universität für angewandte Kunst // ViennaFair, Wien;
2009 FALL UP, Die Entfaltung von Fragmenten der inneren Landschaft der Stadt, Rundgang GOHO 2009, Nürnberg;
2005 YOKO ONO. DREAM UNIVERSE, Portikus, Frankfurt a. Main // Rundgang Städelschule

PUBLIKATIONEN (in Auswahl):
2016 “Llegar a Kajaani en solsticio de verano -Notas biográficas a capela” in RAMONA (AR), digitale Publikation;
2015 „Milieu“, „Plateaus“, „Paisaje Virtual“ und „Invisible Cities“ in: Transitions of Energy“, Katalog Ausstellung Kunsthalle LAB Bratislava, Editors: Flavia Bigi, Lorella Scacco;
2014 „Milieu“ in: paraflows .9 – INTIMACY Katalog, Editor: Gunther Friesinger, kompiliert bei Judith Fegerl, edition mono/monocrom;
2011 „Acoustic Cloud Remix“ in: Edition Angewandte „An envelope for arts, sciences, politics and us“, Editors: Virgil Widrich, Bernd Kräftner, Valerie Deifel / „Acoustic Cloud“ in: *Vienna Fair 2011*, „The international contemporary art fair focused on CEE“, Katalog
2004 “Siesta” / mit Paola Anziche, OFX 79, „International Magazine for Architecture and Design“. 

AUSZEICHNUNG
Für die Arbeit Milieu wurde Juliana Herrero mit dem Outstanding Artists Awards –Interdisciplinarity (Prämie für die besondere Leistung) und dem Premio Fundación Andreani a las Artes Visuales (3.Prize-Revelación), beide 2015 ausgezeichnet. Ihr Werk ist seitdem Teil der institutionelle Sammlung Fundación Andreani, Buenos Aires, Argentinien

 

Fotocredits:
JULIANA HERRERO, "Blues_4" (Detail), 2017, Wasserfarbe, Meersalz | © Bildrecht, Wien 2017;
JULIANA HERRERO, aus der Serie "Crystallon Frozen Moment" (Detail) | © Bildrecht, Wien 2017.

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