Bildraum 01
03. September 2015 bis 04. Oktober 2015

THOMAS FEICHTNER

Design Unplugged

Bildraum 01 | Wien 1, Strauchgasse 2

Eröffnung: Mittwoch, 2. September 2015 um 19 Uhr

Begrüßung:
Mag. Günter Schönberger, Bildrecht
Zur Ausstellung: 
Dr. Gerald Bast, Universität für angewandte Kunst Wien

Talk und Cocktail: Montag, 28. September, 17-19 Uhr
Prof. Thomas Feichtner im Gespräch mit 
Prof. Dr. Martin Hochleitner, Salzburg Museum

Ausstellungsdauer: 3. September - 4. Oktober 2015

Als Programmpartner der diesjährigen Vienna Design Week präsentiert Bildraum 01 Arbeiten von Thomas Feichtner. Anders als übliche Designausstellungen, die das fertige Produkt zeigen, beleuchtet Design Unplugged die Entstehungsprozesse im Hintergrund, die zahlreichen Recherchen, Entwürfe und Skizzen, die den Versuchsmodellen, Prototypen und schließlich dem Endprodukt vorausgegangen sind. Feichtners kreatives Schaffen hat einen gemeinsamen Nenner und eine visuelle Klammer: die Bleistiftskizze. Design, nicht mit der vollen Orchestrierung aller digitalen Möglichkeiten, sondern „unplugged“, abgesteckt, reduziert auf Bleistift und Papier, ist auch Thema in der im Herbst erscheinenden Publikation von Thomas Feichtner.

Der Designer hat, wie viele KollegInnen seiner Generation, das zeichnerisch möglichst realistische Darstellen mit Markern, Pastellkreide und Guage erlernt. Doch mit dem Aufkommen der 3D Technologie hat auch er vermehrt Computerdarstellungen für seine Projekte verwendet. Während seiner Lehrtätigkeit an Kunstuniversitäten und der damit verbundenen Reisetätigkeit entdeckte Thomas Feichtner die Qualitäten der Skizze als wichtiges Kommunikationsmittel wieder. Im Gegensatz zu einer 3D Konstruktion, die bereits zu Beginn eines Projektvorhabens nach bestimmten Vorgehensweisen und dem nötigen Detailwissen verlangt, lässt das Spontane der Skizze eine Vielzahl von Ideen zu und kann so neue Wege zur Optimierung eines Designs aufzeigen.

Über Jahre hinweg skizziert Thomas Feichtner daher seine Ideen zu Produkt- oder Grafikdesign, zu Ausstellungsarchitektur oder Storyboards. Als zentrales Element seines Designprozesses eröffnet das Skizzieren mittlerweile ein Archiv, das er immer öfter selbst heranzieht, um aus dem eigenen Fundus zu schöpfen. Ein Archiv, das einen Überblick über sein Schaffen gibt, und zu welchem fertige Produkte nicht im Stande wären. Design Unplugged holt eine Vielzahl an unterschiedlichen Skizzen von Thomas Feichtner ans Tageslicht und räumt ihnen einen neuen Stellenwert für das zeitgenössische Produktdesign ein. Es ist das Unmittelbare der direkten Schöpfung, das eine Skizze zur unverfälschten Äußerung einer ursprünglichen Idee macht. An ihr ist erkennbar, dass man sich erst am Anfang befindet. Sie ist der erste Funke, die erste physische Form eines Gedankengangs – sie ist das Medium, in dem Thomas Feichtner denkt.

Im Vordergrund der zum Teil noch unveröffentlichten Skizzen steht für den Designer nicht der ästhetische, sondern der inhaltliche und kommunikative Wert. Dennoch ist jede Skizze auch eine Zeichnung, eine handwerkliche Arbeit. Skizzen tragen eine gewisse Handschrift und verraten viel über ihren Urheber, über dessen persönliches, ästhetisches Empfinden und über die Suche von eigenen formalen Zugängen. Die Skizzen sind somit auch ein Dokument der persönlichen Urheberschaft. 

Die Ausstellung und das im Herbst erscheinende Buch Thomas Feichtner: Design Unplugged, herausgegeben in Co-Produktion mit der Bildrecht und dem MAK – Österreichisches Museum für angewandte Kunst/Gegenwartskunst, zeigen einen unverfälschten Blick hinter die Kulissen der täglichen Designarbeit von Thomas Feichtner.

ÜBER DEN DESIGNER 
Thomas Feichnter
* in Vitória, Brasilien. Lebt und arbeitet in Wien.
Er studierte Industrial Design an der Universität für künstlerische und industrielle Gestaltung in Linz, Österreich. Er gestaltete zunächst Investitionsgüter und zahlreiche Produkte für die österreichische Industrie und wurde mit internationalen Designpreisen, wie dem Designpreis der Bundesrepublik Deutschland, dem European Design Award, dem Good Design Award (USA), dem Josef Binder Award und dem Designpreis Schweiz ausgezeichnet. Neben seiner Tätigkeit als Produktgestalter für Head, Tyrolia, Fischer und Blizzard arbeitete Feichtner auch im Bereich der visuellen Kommunikation etwa für Swarovski, Adidas oder den britisch-israelischen Designer Ron Arad.

Seine Arbeiten im Bereich Möbel- und Produktdesign positionieren sich zwischen Industrie und Manufaktur, zwischen Serienprodukt und Einzelstück.
Er entwarf Produkte für traditionelle Handwerksbetriebe wie J&L Lobmeyr, Neue Wiener Werkstätten, Wiener Silber Manufactur, Augarten Porzellanmanufaktur, TON und Carl Mertens und verwirklichte freie Projekte in Kooperation mit Vitra, Absolut, Thonet und FSB.
Es folgten internationale Ausstellungen in der Triennale di Milano, der International Biennial of Design in Saint Etienne, dem Österreichischen Kulturforum in London sowie dem MAK, Museum für angewandte Kunst in Wien.
Seine Arbeiten fanden Eingang in verschiedene Designsammlungen.
2010 wurde die Monographie “Thomas Feichtner – Edge to Edge“ vom MAK (Österreichisches Museum für angewandte Kunst in Wien) herausgegeben und im Birkhäuser Verlag publiziert. Von 2009 bis 2014 war Feichtner Professor für Produktdesign an der Muthesius Kunsthochschule in Kiel, Deutschland und wurde 2011 mit dem Österreichischen Staatspreis für Design ausgezeichnet. 

Mehr Informationen auf der Homepage von Thomas Feichnter

Bildraum 01 | Wien 1, Strauchgasse 2 
reguläre Öffnungszeiten: Di - Fr: 13-18 Uhr, Sa: 11 - 16 Uhr 
geänderte Öffnungszeiten während der Vienna Design Week:
Sonntag, 27. September: 11 – 16 Uhr
Montag, 28. September: 13 – 19 Uhr 
Sonntag, 4. Oktober: 11 – 16 Uhr

Im Rahmen der Programmpartnerschaft mit
Vienna Design Week| 25.9. - 4.10. 2015
Cocktail by Absolut Vodka

 

Fotocredit: Studio Thomas Feichtner © Bildrecht, Wien 2015

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