FAQ

Nutzungsgenehmigung & Folgerecht

Wie lange sind Werkschöpfungen urheberrechtlich geschützt?

Für Werke der bildenden Künste, sowie der Literatur und der Tonkunst, gilt in Österreich eine 70-jährige Regelschutzfrist, die mit dem Jahr nach dem Tod des Urhebers, der Urheberin, einsetzt.

Bei mehreren UrheberInnen (MiturheberInnen) endet der urheberrechtliche Schutz 70 Jahre nach dem Tod des letzten Miturhebers, der letzten Miturheberin. 

Wo muss anfragt werden, wenn eine Fotografie von einem Kunstwerk (zeitgenössisch oder auch älter) veröffentlicht werden soll?

Man muss sowohl von dem/der UrheberIn der Fotografie, als auch von dem/der UrheberIn des Kunstwerkes eine Nutzungsgenehmigung einholen.

Nach einer Erteilung kann der/die NutzerIn die Fotografie direkt über den/die UrheberIn, über eine Bilddatenbank, oder von einem Museum, etc., beziehen.

Für die jeweiligen Druckvorlagen muss eine entsprechende Gebühr von dem/der NutzerIn bezahlt werden. In den meisten Fällen sind mit der Zahlung die Nutzungsrechte des/der FotografIn abgegolten.

Wer hat die Rechte an einer Fotografie?

Die Rechte an einer Fotografie hält der/die FotografIn inne, solange er/sie nicht vertraglich auf diese verzichtet hat.

Hat der/die FotografIn die Rechte an die Auftraggeber der Fotografie übertragen, so liegen sie bei diesen.

 

Wer hat die Rechte an einem Kunstwerk?

Die Rechte am Kunstwerk hält der/die UrheberIn inne, solange er/sie nicht vertraglich auf diese verzichtet hat. Der/die KäuferIn eines Werks besitzt nicht die Nutzungsrechte an dem Werk. 

Hier ein Beispiel:

Unternehmen A kauft ein Werk der Künstlerin B. Unternehmen A möchte des Werk auf einem Folder abbilden und ist somit rechtlich dazu verpflichtet bei der Künstlerin B diese Nutzung genehmigen zu lassen.

Künstlerin B steht es frei eine Nutzungsgebühr zu verlangen, oder dem Unternehmen A gar die Werkabbildung im Folder zu untersagen.

 

Welche Kosten entstehen bei der Einholung einer Nutzungsgenehmigung?

Der/die RechteinhaberIn kann selbst über die Höhe der Nutzungsgebühr bestimmen.

Werden die Nutzungsrechte allerdings von einer Urheberrechtsgesellschaft im Namen des Rechteinhabers, der Rechteinhaberin, wahrgenommen, so kommen Standardtarife zur Anwendungen.

Die Höhe der Nutzungsgebühr richtet sich in den Tarifen nach der Auflage, der Dauer der Nutzung, nach der Größe der Abbildung und in einigen Fällen danach, ob in Farbe oder in Schwarz-weiß reproduziert werden soll. 

Die Allgemeinen Tarifebedingungen der Bildrecht finden Sie hier

In welchen Fällen sind über eine Urheberrechtsgesellschaft Rechte einzuholen?

Werden die Nutzungsrechte eines/einer KünstlerIn von einer Urheberrechtsgesellschaft wahrgenommen, so müssen die Rechte über die betreffende Urheberrechtsgesellschaft eingeholt werden. 

Die Bildrecht hat mit ihren ausländischen Partnergesellschaften Gegenseitigkeitsverträge geschlossen. Daher wird ein Mitglied der Bildrecht zum Beispiel in Norwegen von der norwegischen Verwertungsgesellschaft BONO vertreten und umgekehrt. 

Hier ein Beispiel:

Die Nutzungsrechte von Edvard Munch liegen bei BONO. Will eine österreichische Nutzerin ein Werk von Munch reproduzieren, so muss sie nicht bei BONO anfragen, sondern sendet die Anfrage einfach an die Bildrecht, die weitere Schritte unternimmt.

 

Welche Informationen sollte eine Nutzungsanfrage beinhalten?

Damit Nutzungsanfragen von der Bildrecht schnell bearbeitet werden können, stehen den NutzerInnen Online-Anfrageformulare auf der Homepage zur Verfügung, die alle wichtigen Punkte umfassen.

Im Allgemeinen sollten Anfragen folgende Informationen beinhalten:

Wer möchte ein Werk nutzen?

Wer ist der/die UrheberIn des Werkes?

Was ist der Titel, wann war das Schaffensjahr des Werkes?

Wird das Werk zur Gänze reproduziert?

Auf welchem Medium wird es reproduziert (Poster, Buch, Postkarte, Film, etc..)?

Dient die Nutzung einem kommerziellen Zweck?

Wie hoch ist die Auflage?

Wie groß ist die Abbildung?

Wo wird die Reproduktion veröffentlicht (österreichweit, europaweit, international)?

Wird in Farbe oder in Schwarz-weiß reproduziert?

Wer übernimmt die Kosten der Nutzung?

Wo wird die Reproduktion veröffentlicht (österreichweit, europaweit, international)?

Können Druckvorlagen über die Bildrecht bezogen werden?

Die Bildrecht verfügt zum jetzigen Zeitpunkt über keine eigene Bilddatenbank.

Über die Bildrecht werden ausschließlich die reinen Nutzungsrechte vergeben.

In welchen Fällen dürfen Werke frei genutzt werden?

Detaillierte Informationen über freie Werknutzung finden Sie im Urheberrechtsgesetz UrhG §7 & UrhG § 54

Was muss man bei einer Reproduktion beachten?

Wird eine Reproduktion genehmigt, muss im Rahmen der Reproduktion ein Copyright-Vermerk angeführt werden, der auf den/die UrheberIn, den Titel, das Schaffensjahr und den/die RechteinhaberIn verweist.

Wird die Nutzung durch eine Urheberrechtsgesellschaft genehmigt wird die Form des Copyright Vermerks in den Nutzungsbedingungen angegeben.

Wird ein Werk reproduziert, das eine reale Person zeigt ist nach dem Bildnis Schutz UrhG §78 zu beachten. 

Was ist das Folgerecht?

Das Folgerecht ist seit 2006 im österreichischen Urhebergesetz verankert und ist ein unabtretbares und unveräußerliches Recht.

Es besagt, dass dem/der SchöpferIn eines Originalwerkes, oder den betreffenden Erben, bei einem Zweitverkauf und bei allen folgenden Verkäufen durch den Kunsthandel eine Beteiligung am Verkaufspreis zusteht.

 

Wer hat eine Folgerechtsvergütung abzuführen?

Folgerechtsvergütungen haben Kunstgalerien, Auktionshäuser, KunsthändlerInnen und KunstvermittlerInnen abzuführen, sobald der Verkaufspreis eines Originalwerkes € 2.500,- oder mehr beträgt. 

Wozu gibt es das Folgerecht?

Das Folgerecht garantiert den Kunstschaffenden eine finanzielle Beteiligung an dem Erfolg, bzw. einer eventuellen Wertsteigerung ihrer Arbeiten.

Es beruht auf der Annahme, dass für bildende KünstlerInnen der Verkauf ihrer Originalwerke die Haupteinnahmequelle darstellt, während andere UrheberInnen, wie beispielsweise SchriftstellerInnen, ihre Werke auf vielfältige Weise verwerten können. 

Wie ist die Höhe der Folgerechtsabgaben gestaffelt?

Die Höhe der zu leistenden Folgerechtsabgeben ist degressiv gestaffelt und beträgt in Prozenten des Verkaufserlöses (ohne Steuern):

  • 4% von den ersten € 50.000,-
  • 3% von den weiteren € 150.000,-
  • 1% von den weiteren € 150.000,-
  • 0,5% von den weiteren € 150.000,-
  • 0,25% von allen weiteren Beträgen

Die Vergütung beträgt insgesamt jedoch höchstens € 12.500,-.

 

Gibt es länderspezifische Ausnahmen im Folgerecht?

Künstler und Künstlerinnen aus Ländern in denen das Folgerecht noch nicht eingeführt wurde, haben keinen Anspruch auf eine entsprechende Vergütung.

Dies gilt etwa für die Schweiz und viele Bundesstaaten der USA.

Sind Bilder, die vor Einführung des Folgerechts gekauft und nach Einführung des Folgerechts verkauft werden, folgerechtspflichtig?

In diesem Fall ist der Ankauf nicht folgerechtspflichtig, der Verkauf allerdings schon.

Wie erfolgt die Prüfung der Richtigkeit einer Meldung über Folgerechtsabgaben?

Die Überprüfung findet nach Wahl des Kunsthändlers, der Kunsthändlerin, entweder in seinen/ihren Geschäftsräumen statt, oder im Büro der Bildrecht, dem des Steuerberaters, oder dem des externen Buchhalters.

Mit Zustimmung des Kunsthändlers, der Kunsthändlerin, kann die Prüfung auch durch Mitarbeiter der Bildrecht erfolgen. Eine Prüfung durch uns erfolgt unentgeltlich, angemessene Fahrt und Aufenthaltsspesen müssen jedoch ersetzt werden.

Wann entfällt ein Anspruch auf eine Folgerechtsvergütung?

Der Anspruch entfällt dann, wenn der Verkaufserlös (exklusive Steuern) unter € 2.500,- liegt, oder wenn der Verkäufer, die Verkäuferin, ein Originalwerk vor weniger als drei Jahren vom Urheber, der Urheberin, erworben hat und der Verkaufspreis € 10.000,- nicht übersteigt. 

Vertretene KünstlerInnen

KünstlerInnensuche

Hier finden Sie die von der Bildrecht nach dem Reproduktionsrecht und/oder Folgerecht vertretenen KünstlerInnen.

Downloads

Informationsmaterial

Hier können Sie die ATB und das Merkblatt zum Folgerecht downloaden

FAQ

Nutzungsgenehmigung & Folgerecht

Fragen und Antworten zu den Themen: Nutzungskriterien und Anfragen, Folgerecht, sowie zu unseren Tarifen und Vertragsbedingungen