FAQ

FAQ - Urheberrecht & Bildrecht

Was ist das Urheberrecht?

Das Urheberrecht ist das Recht auf absoluten Schutz des geistigen Eigentums auf den Gebieten der Literatur, der Tonkunst, der bildenden Künste und der Filmkunst.

Es räumt jeder natürlichen Person, die ein Werk geschaffen hat, das ihrer eigenen geistigen und kreativen Schöpfung entspringt, das absolute Recht ein für die Nutzung und Reproduktion dieses Werkes Gebühren einzufordern.

Das Urheberrecht schützt somit sowohl die geistigen, als auch die finanziellen Interessen des Urhebers, der Urheberin, und kann grundsätzlich nur von Todes wegen vollständig übertragen werden (Vererbung).

Gibt es ein weltweit einheitliches Urheberrecht?

Nein. Die Urheberrechtsbestimmungen variieren von Land zu Land und sind von der jeweiligen nationalen Gesetzgebung abhängig. 

Jedoch haben die meisten Nationen, so auch Österreich, in ein oder mehrere international geltende Urheberrechtsverträge und Konventionen eingewilligt. 

Was ist in Österreich urheberrechtlich geschützt?

Die meisten kreativen Schöpfungen sind unabhängig von ihrer künstlerischen Qualität geschützt. Vorausgesetzt wird, dass die individuelle, originelle und kennzeichnende Leistung des Schöpfers, der Schöferin, erkennbar ist.

Hierunter fallen:

  • Werke der bildenden Kunst - Malereien, Zeichnungen, Grafiken, Stiche, Skulpturen, Plastiken, sowie Werke der Objekt,- Licht- und Medienkunst,
  • Lichtbildwerke - Fotografien, oder Werke, die unter ähnlichen Verfahren hergestellt wurden,
  • Werke der Baukunst,
  • Werke der angewandten Kunst - Handwerklich, maschinell oder industriell gefertigte Gebrauchsgegenstände mit künstlerischem Anspruch,
  • Werke der Filmkunst - Stumm- und Tonfilm, Schwarzweiß- und Farbfilm,
  • Werke der Tonkunst, 
  • Werke der Literatur,
  • Werke aus den Bereichen Choreografie und Pantomime,
  • Sammelwerke - Wenn durch Zusammenstellung einzelner Beiträge eine neue, geistige Schöpfung entsteht.

Was unterliegt in Österreich nicht dem Urheberrechtsschutz?

Bloße Ideen werden nicht durch das Urheberrecht geschützt und können daher von anderen Personen auch weitergeführt, verändert und ausgeführt werden.

Werke, die vorwiegend einen amtlichen Zweck erfüllen und für diesen hergestellt wurden, unterliegen ebenfalls nicht dem Urheberrechtsschutz. Ausgeschlossen vom Rechtsschutz sind daher Gesetzestexte, Verordnungen, amtliche Erlässe und Bekanntmachungen. 

Welche absoluten Rechte hat ein Urheber, eine Urheberin?

Der/die UrheberIn einer künstlerischen Schöpfung hat folgende absolute Rechte:

  • Das Recht auf die Vervielfältigung seiner/ihrer Werke (Reproduktionsrecht),
  • Das Recht auf die öffentliche Wiedergabe seiner/ihrer Werke mittels Bild-und Tonträger (Vorführungsrecht),
  • Das Recht seine/ihre Werke zum öffentlichen oder privaten Gebrauch zu verleihen oder zu vermieten (Verleih- und Vermietungsrecht)
  • Das Recht seine/ihre Werke über Rundfunk oder Fernsehen zu verbreiten (Senderecht).

Wann liegt eine Verletzung des Urheberrechts vor?

Das Urheberrecht ist dann verletzt, wenn jemand die absoluten Rechte eines Urhebers, einer Urheberin, ohne dessen/deren Erlaubnis für eigene Zwecke nutzt. Dies gilt sowohl für die widerrechtliche Nutzung der gesamten Originalvorlage, als auch für die Nutzung wesentlicher, wenn auch kleiner Werkausschnitte.

Bei der Reproduktion muss der/die SchöpferIn, sowie der vollständige Name des Werkes genannt werden. Wird das Werk in veränderter Form (überarbeitet, verzerrt, beschnitten) also nicht in seiner ursprünglichen Gesamtheit wiedergegeben, so ist ebenfalls das Urheberrecht verletzt.

Was versteht man unter Miturheberschaft?

Wenn mehrere KünstlerInnen an einer Schöpfung beteiligt sind und die einzelnen Beiträge nicht gesondert betrachtet werden können, spricht man von einer Gemeinschaftsarbeit. Jede Person, die durch ihren kreativen, schöpferischen und individuellen Beitrag zur Enstehung des Werkes verholfen hat,  ist ein/e MiturheberIn.

Das entstandenen Werk kann nur als Einheit veräußert werden. Alle MiturheberInnen müssen in den Verkauf des Werkes einstimmen. 

Verzichtet ein/e MiturheberIn auf das ihm/ihr zustehende Urheberrecht, so geht es auf die anderen MiturheberInnen über.

Wie lange sind Werkschöpfungen urheberrechtlich geschützt?

Für Werke der bildenden Künste, sowie der Literatur und der Tonkunst, gilt in Österreich eine 70-jährige Regelschutzfrist, die mit dem Jahr nach dem Tod des Urhebers, der Urheberin einsetzt.

Bei mehreren UrheberInnen (MiturheberInnen) endet der urheberrechtliche Schutz 70 Jahre nach dem Tod des letzten Miturhebers, der letzten Miturheberin. 

Was sind Urheberrechtsgesellschaften?

Urheberrechts,- Verwertungs,- oder Wahrnehmungsgesellschaften sind zur kollektiven und treuhändigen Wahrnehmung der Urheberrechte von bildenden KünstlerInnen, KomponistInnen und SchriftstellerInnen geschaffen worden.

Sie können in ihrer Funktion als Solidargemeinschaft der UrheberInnen verstanden werden, da sie die Schnittstelle zwischen den Kunstschaffenden und den wirtschaftlich stärkeren Rechterwerbern (z.B.: Zeitungen, Fernsehsender, Verlage, Museen) bilden.

Urheberrechtsgesellschaften erleichtern den Rechteverwertern gegen Entgelt den Erwerb der Werknutzungsbewilligungen und verteilen diese Gelder an die Kunstschaffenden des In- und Auslandes.

Warum genießen Urheberrechtsgesellschaften eine Monopolstellung?

Der Gesetzgeber sichert jeder Urheberrechtsgesellschaft für ihren Tätigkeitsbereich eine Monopolstellung zu. Dies soll das Entstehen mehrerer Gesellschaften und den damit einhergehenden Anstieg im Verwaltungs- und Organisationsaufwand verhindern, zumal dieser zu Lasten der Kunstschaffenden und der RechteerwerberInnen gehen würde.

Alle Urheberrechtsgesellschaften unterliegen staatlicher Prüfung. 

Besteht eine gesetzliche Regelung für Urheberrechtsgesellschaften?

Ja. Das für Österreich geltende Verwertungsgesellschaftengesetz (VerwGesG 2006) kann auf der Seite des Rechtsinformationssystems des Bundeskanzleramtes abgerufen werden.

Folgen Sie hierzu diesem Link auf die Homepage des Rechtsinformationsdienstes des Bundeskanzleramtes: Verwertungsgesellschaftengesetz 

Wer kontrolliert die Tätigkeiten der Bildrecht?

Staatskommissäre des Bundesministerium für Unterricht und Kunst (jetzt Bundeskanzleramt) kontrollieren jährlich, ob die Bildrecht den juristischen Regeln entsprechend ihre Aufgaben und Pflichten erfüllt. 

Welche Rechte werden von der Bildrecht treuhändig wahrgenommen?

Im Interesse unserer Mitglieder nehmen wir folgende Rechte wahr:

  • Reproduktionsrechte (Abbildungen im Printbereich wie Bücher, Plakate, Poster, Presse, Merchandising ...)
  • Vorführungsrechte (z.B. öffentliche Wiedergabe mittels Bild- oder Tonträgern, Dias)
  • Senderechte (Ausstrahlung von urheberrechtlich geschützten Werken im Fernsehen)
  • Bibliothekstantieme (Verleih von Büchern, Bild- und/oder Bildtonträgern in öffentlichen Bibliotheken, von Kunstwerken in Artotheken)
  • Speichermedienvergütung (Aufzeichnung zum persönlichen bzw. privaten Gebrauch mittels Bildaufzeichnungsgeräten oder von Trägermaterial)
  • Schulbuchvergütung (Abbildung von Werken bildender Kunst und Fotografie in Schulbüchern)
  • Reprographievergütung (Geräte- und Betreibervergütung; Vervielfältigung zum eigenem Gebrauch mittels Geräten in diversen öffentlichen Einrichtungen)
  • Das Folgerecht (bei Weiterveräußerung von Originalwerken durch den Kunsthandel) 

Was ist die Speichermedienvergütung?

Dem Konzept der Speichermedienvergütung liegt die Annahme zu Grunde, dass ein Kunstwerk durch das Festhalten auf einem Bild- oder Schallträger zum privaten Gebrauch uneingeschränkt vervielfältigt werden kann. Daher hat in Österreich seit 1980 jede/r UrheberIn Anspruch auf eine angemessene Vergütung, sobald ein Werk per Rundfunk übertragen, oder dessen Nutzung durch Angebote des Handels erst ermöglicht wird.

Die pauschalisierte Speichermedienvergütung ist in der Regel vom Importeur oder dem Hersteller des Trägermaterials zu leisten, und wird von Urheberrechtsgesellschaften eingehoben.

Neben anderen Gesellschaften, die auf diesem Gebiet tätig sind, ist auch die Bildrecht gesetzlich dazu verpflichtet 50% der Einnahmen aus der Speichermedienvergütung sozialen und kulturellen Zwecken zu widmen.

Wie finanziert sich die Bildrecht?

Die Bildrecht erteilt im Namen der von ihr vertretenen KünstlerInnen gegen Gebühr Werknutzungsbewilligungen an Museen, Zeitungen, Verlage und andere Nutzer, wenn diese Kunstwerke in ihren Publikationen abbilden. Werden von einem Fernsehsender urheberrechtlich geschützte Kunstwerke ausgestrahlt, so wird dies ebenfalls von der Bildrecht kontrolliert und in Rechnung gestellt.

80% der Einnahmen gehen direkt an die Kunstschaffenden, während sich die Bildrecht bei der Vergabe von Vergütungsansprüchen zur Deckung des Verwaltungsaufwandes zwischen 5 und 10% einbehält. Überschüsse fließen in den sogenannten Fonds für soziale und kulturelle Zwecke. Aus diesem Fonds werden die Ausstellungsflächen Bildraum 01 | 07| Bodensee, die Buch-und Katalog-Förderungen, die JüngkünstlerInnen-Förderung, sowie die Förderungen für Bildrecht-Mitglieder in sozialen Notlagen finanziert.

Bei der Vergabe von Werknutzungsbewilligungen an Museen, Zeitungen, Verlage, u.a., erhöht sich der Verwaltungsaufwand und somit der einbehaltene Spesensatz auf 20%.

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