OSWALD STIMM 1923 - 2014

OSWALD STIMM
06. Mai 2014

Der 1923 in Wien geborene Bildhauer Oswald Stimm verstab am 6. Mai 2014 im 9. Lebensjahr. Österreich verabschiedet sich nun von einem der innovativsten und radikalsten Bildhauer des 20. Jahrhunderts.

Bekannt wurde Oswald Stimm durch seine Plastiken, die mittels kubistischer und naturalistischer Formensprache eine Verbindung zwischen einer figurativen und abstrakten Formgebung herstellen. Ebenso suchte der Künstler nach der Auseinandersetzung mit der menschlichen Gestalt und immer neuen und radikalen Möglichkeiten den Körper auf seine Grundformen zu reduzierten.

"Expression, aus der Mitte eines sich äußernden Wesen kommend, tritt zurück: keine Gesten, weil keine Aussage intendiert" , so beschrieb Otto Mauer 1971 Stimms Skulpturen.  

Ein Merkmal, das sich bereits zwanzig Jahre zuvor im Schaffen des jungen Bildhauers niederschlagen hatte. Oswald Stimm schloss sich nach seiner Auswanderung nach Argentinien 1951 der Avantgarde Gruppe 'Arte Concreto' und der Künstlergruppe 'Arte Madi' an, deren Mitglieder sich einer strengen ungegenständlichen Ausdrucksweise verpflichtet sahen.

1959/60 schuf Stimm die erste öffentliche abstrakte Skulptur Ascendente in Buenos Aires und nahm in den Folgejahren an Ausstellungen in Paris im Museé d'Art Moderne teil. Ab 1965 arbeitete er wieder in Wien. Die in dieser Zeit entstandenen Röhrengebilde und Objekte aus argentinischen Obstkisten wurden 1971 in der Wiener Secession präsentiert, hierauf in Bronze gegossen und im öffentlichen Raum aufgestellt. Stimms Experimentierfreudigkeit zeigte sich auch in der Gestaltung der Wohnung des Dirigenten Klobucar.

Beeinflusst wurde Oswald Stimm Ende der 70er Jahre von der im Kongo aufkommenden Strömung „nouvelle peinture populaire“ und seiner Lehrtätigkeit an der Académie des Beaux Arts in Gombe. Das Leben und das Leid der dortigen Bevölkerung spiegeln sich in dieser Zeit in seinem Schaffen wider.

1982 kehrte der Künstler nach Wien zurück. Hier entstanden ab der Mitte der 90er Jahre Arbeiten in denen er sich mit Kugelformen beschäftigt. Zuletzt stellte Oswald Stimm 2010 im Künstlerhaus Wien aus und arbeitete bis zu seinem Tod in seinem Atelier in der Krieau.

 

EINZELAUSSTELLUNGEN in Auswahl:

1960 Cuatro escultores Madi, Galerie Yumar, Argentinien
1961 Museo Art Moderno in Rio de Janeiro, Brasilien
1962 Museé d' art modern de la ville de Paris (MAMVP), Frankreich
1965 „15 anos de arte Madi“, Museo de Arte Moderno in Buenos Aires, Argentinien
1965 Salvador Presta „5 Madi“, Genua, Italien
1971 Sezession, Wien
1972 Galerie F. Skulptur, Wien
1975 Centre culturel français, Kinshasa, Zaïre
1978 Alte Schmiede, Wien
1987 Atelier 2000, Wien
1991 „Buenos Aires – 50er Jahre“, Galerie Steinek Halle, Wien
1997 „Contrapunto“, Galerie Atrium ed Arte, Wien
2000 Heizhaus Stammersdorf, Wien
2001 „Von hier nach dort“, Galerie Atrium ed Arte, Wien
2001 Galerie Hrobsky, Wien
2002 Biennale Venedig
2003/04 „Das Gespräch geht weiter“, Galerie Atrium ed Arte, Wien
2006 AzW, Wien
2007 Galerie Maier, Palais Trapp, Innsbruck
2008 „Tänzer in der Zeit“, Galerie Atrium ed Arte, Wien
2010 „Viaje a la luna en el fondo del mar“, Künstlerhaus, Wien

PREISE
1957 Premio sesostris Vitullo, Buenos Aires
1959 Premio 1. Monument Flores, Buenos Aires
1960 Premio 1. de los Becarios, Santa Fé, Argentinien
1960 Premio Adquisition, Buenos Aires
1976 Medaille Science et Lettres (Bronze), Kinshasa
1982 Medaille Science et Lettres (Silber), Kinshasa
1984 1. Preis Print Oscar, Wien
1989 Würdigunspreis der Stadt Wien, Wien
2010 Goldener Lorbeer, Künstlerhaus Wien

 

FOTOCREDITS: Oswald Stimm – Tänzer in der Zeit © Didi Sattmann 1991
Oswald Stimm - Atelier Krieau @ Margherita Spiluttini 2011, @ Bildrecht, 2014

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