Podiumsdiskussion | 28.02. | 13 Uhr | Schleifmühlgasse 12-14

Bilderstreit: Ist die Kunst noch frei?
28. Februar 2015

 

Diskussionsrunde: 28. Februar, 13 Uhr
gallery Schleifmühlgasse 12-14, 1040 Wien

Zur Finissage von Franz Wassermanns  FEEL LOVE

Podiumsteilnehmer:
Philip M. Jakober - Urheberrechtsanwalt und Musiker in Österreich und Deutschland
Dr. Hubert Salden - Kurator und Autor. Er studierte Rechtswissenschaft und  Kunstgeschichte in Frankfurt am Main und leitete die Kunsthalle Tirol
Mag. Günter Schönberger - Geschäftsführer von Bildrecht Österreich

Franz Wassermannlebt und arbeitet als Bildhauer in Wien. Er beschäftigt sich mit Machtstrukturen in unserer Gesellschaft und untersucht das Wechselspiel zwischen Macht und Ohnmacht, dem sowohl das Individuum als auch das Kollektiv ausgesetzt sind.

Moderation: Mag. Denise Parizek, ist Kuratorin der gallery Schleifmühlgasse 12-14, 1040 Wien

 

Ausgehend von der aktuellen Ausstellung FEEL LOVE : Die Hölle ist das System - der Teufel hat hier nichts mehr zu sagen werden folgende Fragen diskutiert: Sind wir mitten in einem Paradigmenwechsel, was die Rechte und die Position der Bildenden Kunst in unserer Gesellschaft betrifft?  Ist die Kunst noch frei?

Anlass für diese Debatte ergab sich durch Franz Wassermanns Performance in der gallery Schleifmühlgasse für die er Fotos seiner Facebook-Freund_Innen downloadete, um sie bei der Vernissage auf die Körper der Besucher_Innen zu projizieren. Als er die Fotos von der Performance wiederum auf Facebook veröffentlichte, reagierten zwei seiner Facebook-Freunde mit Androhung einer Klage bzw. Einforderung des Persönlichkeits- und Bildrechts.

Diesen Reaktionen gehen weitere Fälle voraus, in denen der Konflikt zwischen der Freiheit der Kunst und dem Urheberrecht virulent wurden. 
Aktuelle Beispiele sind u.a. das Urteil gegen den Maler Luc Tuymans und gegen den Streetphotographer Espen Eichhöfer. Zurecht fragt Tuymans´ Anwalt in Reaktion auf das Urteil: „Wie soll ein Künstler die Welt in Frage stellen, wenn er keine Bilder aus dieser Welt verwenden darf?“ (http://www.artmagazine.cc/content82994.html)

Für seine Performance ergab sich die besondere Situation, dass die Facebook-User_Innen laut der neuen AGBs ihre Bildrechte bedingungslos an den Konzern abtreten und gleichzeitig gegen die künstlerische Verwendung ihrer Fotos Einspruch erheben. Aus diesem Anlass möchte Franz Wassermann zu einer Diskussionsrunde zu folgenden Themen einladen: 

Stehen Persönlichkeits- und Urheberrecht über der Freiheit der Kunst? Welche künstlerischen Praxen werden dadurch verunmöglicht? Wie können Künstler_Innen reagieren? 

Mehr Informationen finden sie auf der Homepage von Franz Wassermann

 

Fotocredits:
Franz Wassermann, I Feel Love, Ausstellung Schleifmühlgasse 12-14 © Bildrecht, Wien 2015

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