TONE FINK & EVA KEES | ERÖFFNUNG | 7. April | Bildraum Bodensee

TONE FINK & EVA KEES | inside out
08. April 2016 bis 21. Mai 2016

Bildraum Bodensee | 6900 Bregenz, Seestraße 5, 2. Stock
Di, Do: 13-18 Uhr | Fr, Sa: 11-16 Uhr

Eröffnung: Donnerstag, 7. April 2016, 19 Uhr

Begrüßung: 
Günter Schönberger, Bildrecht 
Zur Ausstellung: 
Silvie Aigner, Parnass

Dauer der Ausstellung: 8. April - 21. Mai 2016

In inside out vereint der Bildraum Bodensee Papierarbeiten, Fotografien, Objekte und Videos von Tone Fink und Eva Kees.

Lustvoll gezeichnet, oft krafttänzerisch bis beidhändig gegrafitelt, gelocht, geschnitten, aufgerissen und wieder zugeklebt, so präsentieren sich die Grafiken und Pappmachéobjekte von Tone Fink. Insbesondere die Zeichnung bietet dem Künstler, der ebenso zwischen Performance, Installation, Film und Malerei navigiert, einen Spielraum für Experimente. Die Vielseitigkeit seines Schaffens und die Flexibilität in der Materialwahl zeigen sich im Bildraum Bodensee in aktuellen, großformatigen Serien und einem Querschnitt aus Arbeiten aus den 70er und 80er Jahren, in denen sich Fink von der naturalistischen Objektbeschreibung erstmals löste und in spielerischer Ungezwungenheit begann seinen Zeichenkosmos auszubauen.

Tone Fink greift zu Bleistift, Buntstift, Wachsmalkreide oder Aquarell und schafft durch die Kombination weicher, kreidiger, aber auch harter und kratziger Stichführungen dynamische Bilderwelten. Auch in seinen aktuellen Arbeiten finden sich die Zerkratzungs-, Aufreiss- und Durchlöcherungstechniken, die der Künstler mit wechselnder Intensität gegen das und mit dem Papier anwendet. Dafür ist Tone Fink mindestens so bekannt wie für seine Exkursionen ins Reich des Unterbewussten, der Alpträume und Dämonen. Der Betrachter, der die Linien der meterlangen, neuen Papierarbeiten wie Peitschenhiebe über die Fläche zischen sieht, wird hineinkatapultiert in ein Meer an Bedeutungen. Hierin herrscht eine Spannung zwischen graphischen Formen, konkreten Farbakzenten und dem malträtierten Papier. 

In Dialog zu Tone Fink’s Arbeiten treten Fotoserien, Videos und Leuchtobjekte von Eva Kees, die mit Vehemenz die porösen Finkschen Papiermembranen durchbrechen. Innersense, eine Serie aus Leuchtobjekten, beschreibt dabei am Eindrücklichsten die auftretende Kluft zwischen Kees und Fink. Was bei Tone Fink poröse und verletzliche Hülle ist, reißt Eva Kees weiter auf. Kees rückt Ausschnitte ins Zentrum, die in erster Linie als abstoßend und irritierend empfunden werden und prüft so den Betrachter im wahrsten Sinne auf Herz und Nieren. Erst nach Überwindung der ersten abweisenden Reaktion werden die zarten Zitate sichtbar, die Eva Kees in ihre Fotografien verpflanzt. Es sind spontane Ausdrücke des Missfallens, die in Kombination mit dem Bildsujet den emotionalen Kommunikationsansatz von Eva Kees spürbar machen.

Mit der Fotoserie Körper dringt Kees weiter in die menschliche Psyche vor. Zorn, Anklage, stummes Leid, Freude oder Glückseligkeit - der Moment, in dem das Bild gefriert, ist der Moment, der Kees Erzählung auf den Punkt bringt. Nur die Hände und Füße ihrer schemenhaften Körper ruhen auf der Bildfläche. So schafft sie eine Inszenierung, die ein Bruchstück der Physiognomie als das einzig Reale erfasst, das Halt und Gewissheit in der digitalen Welt und ihrer Entfernung vom Körperhaften gibt. Auch in den Arbeiten der Serie Lights liegt Eva Kees Augenmerk auf den Verschiebungen zwischen der kollektiv wahrgenommen Realität und einer gestischen Individualisierung. Wie ein körperlich bestimmtes Selbstverhältnis aussehen kann, umreißt die Künstlerin in einer expressiven, fließenden Lichtmalerei, und drängt das Bewusstsein auf, dass das Flüchtige unserer phänomenalen Welt erst in der unverrückbaren Ordnung ihrer Bilder sichtbar wird.

Mehr Informationen finden Sie auf den Hompeages von:
Tone Fink
Eva Kees

Fotocredit: EVA KEES, aus der Serie "Körper", 2014, digitale Fotografie © Bildrecht, Wien 2016.

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