DAGMAR CHOBOT SKULPTURENPREIS | PREISTRÄGERIN ANGELIKA LODERER

PREISTRÄGERIN | ANGELIKA LODERER
06. Oktober 2016

Preisverleihung: Donnerstag, 6. Oktober 2016 um 20 Uhr 
Leopold Museum, MuseumsQuartier | Wien 7, Museumsplatz 1 

Begrüßung:
Hans-Peter Wipplinger, Leopold Museum 
Statement:
Dagmar Chobot, Preisstiftern
Günter Schönberger, Bildrecht
Laudatio für Dagmar Chobot:
Alfred Weidinger, Belvedere 

DAGMAR CHOBOT SKULPTURENPREIS 2016
PREISTRÄGERIN | 
ANGELIKA LODERER

Am Donnerstag, 6. Oktober 2016 wurde der Dagmar Chobot Skulpturenpreis feierlich im Leopold Museum Wien verliehen. Dagmar Chobot, Preisstifterin, und Günter Schönberger, Bildrecht, freuen sich Ihnen nun die Gewinnerin des diesjährigen Skulpturenpreises bekannt zu geben. 

Angelika Loderer beschäftigt sich mit grundlegenden Themen der Bildhauerei: Stabilität und Fragilität, Dauerhaftigkeit und Ephemerität sind die Eckpfeiler ihrer ästhetischen Praxis. 

Für ihre Experimente mit in Schichten gepresstem Quarzsand und außergewöhnlichen Gussverfahren wurde Angelika Loderer am 6. Oktober 2016 mit dem mit 10.000 Euro dotierten Dagmar Chobot Skulpturenpreis geehrt.

In der Kunstgießerei Loderer in Feldbach-Mühldorf aufgewachsen, arbeitet sie heute in Wien und im Familienbetrieb, der bereits Gunter Damisch, Ronald Kodritsch und Erwin Wurm als Produktionsort diente. Ausgehend von ihrer Beobachtung der Natur und der Freude am Material entstehen ihre Modelle aus Silikon und Gips, Negativformen, die mit Wachs ausgegossen, mit Gusskanälen versehen, schließlich im Ofen gebrannt und mit geschmolzener Bronze gefüllt werden. Ihre Arbeiten zeichnen sich durch den spielerischen Umgang mit diversen Materialien aus und beschäftigen sich mit Fragen von Permanenz und Flüchtigkeit.

Das Ephemere in Loderers Arbeit verdeutlichte sich bereits in ihrer 2011 entstandenen Diplomarbeit Pinker Schnee, eine Installation, in der gepresster Sand auf Wäschestände, gefüllte Aquarien und eine Matratze stieß. Auch später entstandene Skulpturen aus Eiszapfen oder Gras, sowie Alu- und Bronzeabgüsse von verlassenen Maulwurfsgängen (Schüttlöcher, 2012) und Spechthöhlen (Untitled, Buntspecht, 2013) verfestigen das Vorübergehende sowohl in fragilen, als auch in massiven, traditionellen Materialien. Zu ihren Experimenten zählen auch Objekte aus gepresstem Quarzsand, die sie gelegentlich mit Fragmenten aus dem Bereich der abstrakten Malerei ergänzt (Untitled [With Dejan Dukic], 2014) und Materialcollagen, die gewöhnliche Dinge wie Plastik, Metall, Wasser oder Papier in eine skulpturale Form überführen (Waschmaschinenskulpturen, 2015).

Ob Angelika Loderer Sandobjekte baut oder Spechtbehausungen in Bronze gießt, ihre Arbeit pendelt dabei stets zwischen dem negativen und dem positiven Raum, zwischen dem Dauerhaften und dem Vorübergehenden. Für ihre diesjährige Ausstellung Animate im Salzburger Kunstverein hat Loderer Pilzgeflechte, jene mysteriösere, ambivalente Substanz, für ihr Experiment zur Skulptur und der empfindlichen Verletzbarkeit des Lebens gewählt. Die aktuelle Arbeit bezieht sich einerseits kritisch auf unsere kollektive Zukunft und eröffnet zugleich einen künstlerischen Ausdruck, der Freude am eigenen Forschen und Erkunden hat. Durch das stete Ausreizen klassischer Bildhauertechniken schafft Angelika Loderer Skulpturen, die mit der die Ernsthaftigkeit der Form brechen, mit der Ästhetik des Alltäglichen spielen und einen tiefen prozesshaften Charakter offenbaren. 

Angelika Loderer
*1984 in Feldbach, Steiermark. Lebt und arbeitet in Wien.
2006 – 2011 Universität für Angewandte Kunst Wien (Klasse Erwin Wurm)
2009 Wimbledon College of Art, London, GB
2005 - 2006 Hendrix College, USA

Einzelausstellungen:
2016 "Animate", Salzburger Kunstverein, Salzburg, AT;
2015 "Coming in pieces", Dortmunder Kunstverein, Dortmund, DE; "Wasted on a memory", Galerie Clemens Gunzer, Zürich, CH;
2013 "Loch Leere Nichts Verdammt!", Akademie Graz, Graz, AT;
2012 "Sankt Feldbach", curated by Erwin Wurm, Schloss Limberg, Maissau, AT;
2011 "Pinker Schnee", Diploma Show, University of Applied Arts Wien, Wien, AT.

 

DAGMAR CHOBOT SKULPTURENPREIS 2016

Dagmar Chobot feiert ihren 70. Geburtstag mit der Inauguration eines Kunstpreises, den sie als jährliche Förderung eines/r profilierten, zeitgenössischen Bildhauers/in stiftet. Der Dagmar Chobot Skulpturenpreis wurde erstmals im Leopold Museum Wien verliehen. Insbesondere der Skulpturbegriff hat eine Öffnung erfahren, der neben klassischen Zugängen auch experimentelle Ansätze, Installationen, performative und auch architektonisch definierte Arbeiten gleichermaßen einschließt. Als Stiftung soll der Dagmar Chobot Skulpturenpreis auch posthum für weitere Generationen von Bildhauer/innen eine öffentliche Anerkennung bedeuten. Um die organisatorische Abwicklung und die Fortschreibung des Stiftungszweckes zu sichern, wurde die Bildrecht von Dagmar Chobot als institutioneller Kooperationspartner für die Verleihung des nach ihr benannten Preises gewählt.

NOMINIERTE DAGMAR CHOBOT SKULPTURENPREIS 2016


Karin Frank, Heinz Frank, Herbert Golser, Eva Grubinger, Julie Hayward, Michael Kienzer, Michael Kos, Anita Leisz, Angelika Loderer, Constantin Luser, Christoph Meier, Leslie de Melo, Signe Rose, Michael Schuster, Philipp Timischl und Heimo Zobernig. 

NOMINATOREN
Die Nominatoren des Dagmar Chobot Skulpturenpreises 2016:
Silvie Aigner | Parnass
Katrin Bucher-Trantow | Kunsthaus Graz
Berthold Ecker | MUSA
Günther Oberhollenzer | Landesgalerie NÖ
Ralph Schilcher | Edition Atelier
Christoph Thun-Hohenstein | MAK
Thomas Trummer | Kunsthaus Bregenz
Luisa Ziaja | 21er Haus

JURY
Die Jury des Dagmar Chobot Skulpturenpreises 2016
Dagmar Chobot | Galerie Chobot
Heike Eipeldauer | BA Kunstforum
Edelbert Köb | ehem. mumok
Günter Schönberger | Bildrecht
Hans-Peter Wipplinger | Leopold Museum

Fotocredits: Angelika Loderer, „Untitled (ZZZ)“, 2015, gespresster Sand | © Bildrecht, Wien 2016.

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