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PHILIP MENTZINGEN
Foto: Philip Mentzingen, There´s a garden in your pocket, 120x90cm, 2018 (Detail) | © Bildrecht, Wien 2020

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Making time, wasting time lacquer, Oil, collage on canvas 60cm x 50cm 2018.jpg
PHILIP MENTZINGEN
Foto: Philip Mentzingen, Making time, wasting time lacquer, 60cm x 50cm, 2018 | © Bildrecht, Wien 2020

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PHILIP MENTZINGEN | There's a Garden in Your Pocket
Foto: Philip Mentzingen, There´s a garden in your pocket, 120x90cm, 2018 (Detail) | © Bildrecht, Wien 2020

PHILIP MENTZINGEN | There's a Garden in Your Pocket

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PHILIP MENTZINGEN | There's a Garden in Your Pocket
Foto: Philip Mentzingen, From one thought comes two, 120x90cm, Öl auf Leinwand, 2018 (Detail) | © Bildrecht, Wien 2020

PHILIP MENTZINGEN | There's a Garden in Your Pocket

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PHILIP MENTZINGEN | There's a Garden in Your Pocket

Bildraum 07

24. März 2020 bis 17. April 2020

Das Raster. Es ist Hilfsmittel, Medium und Ausdruck. Es verschafft einen Überblick und setzt Normen. Bereits in der Renaissance wurde es verwendet, um Raum perspektivisch auf eine Fläche zu übertragen. Subversiv aufgelöst tritt das Raster in den Arbeiten von Philip Mentzingen als geradezu grundlegendes Element auf. Bevor der tatsächliche Bildfindungsprozess einsetzt, überzieht der Künstler teils meterhohe Leinwände mit feinen Netzlinien. Ein Moment der geregelten Ordnung, Nachhall seines unkonventionellen Werdeganges, der ihn nach Abschluss einer südafrikanischen Militärakademie nach Wien führte. Doch rasch wird ersichtlich, dass der Künstler formale Strukturen nicht einfach durchdekliniert, sondern Faszination in asymmetrischen Reihungen und wechselnden Proportionen findet.

Linie um Linie wird Philip Mentzingen so zu einem Störer des Systems, der die Ordnung gegen das Chaos ausspielt. Kleister, Tapes, Schnüre und Papierreste appliziert er über die gezogenen Raster, er faltet, schneidet, kniet auf der Leinwand und reißt dort und da Materialschichten wieder ab. Dazu tritt die Farben als Unruhestifter in den Bildkosmos ein: Ein nierenförmiges Gebilde in Knallorange durchquert das Fadenkreuz, dort ein Flecken Himmelblau, daneben weiß-beige Flächen oder die noch roh erscheinende Leinwand. Farbe ist für Mentzingen - obwohl meist spärlich eingesetzt - wichtiger Aussagefaktor in seinen Werken. Eröffnet die Reduktion eine Partitur, die jede Rezipientin, jeder Rezipient, auf eigne Weise zu erfüllen hat, so gelangt mit der Farbe ein weiteres Spektrum von Assoziationen ins Spiel.

Aus dem nüchtern gehaltenen Bilduntergrund treten vereinzelt nebulöse Imaginationsfelder neben hart abgegrenzten, geometrischen Formen. Die unterschiedlichen Farbqualitäten verbildlichen Wiederholungen und Differenzen, die sowohl als abstrakte Kompositionen wie auch emotionale Marker verstanden werden können. Dazu mengt sich Mentzingens hektischer Kohlestrich, ein Gekritzel, das als Seismograph der Ekstase das Unerwartete herbeizurufen scheint. Es sind jene Ausreißer, die insbesondere die jüngsten Arbeiten von Philip Mentzingen kennzeichnen. Der Künstler geht damit einen Weg, der ihn weg vom Großformat, hin zur Miniatur führt. In kleinen Bildräumen, intim, pflegt er seine Ausbrüche. Kultiviert sie für den großen Wurf. Mind Mapping. Und immer das Raster im Rücken.

Mehr Informationen auf der webpage von Philip Mentzingen

Ausstellungsdauer: 25. März – 17. April 2020