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Foto: Petra Rainer, Emotional Journey, Gruppenbild, 2018 @ Bildrecht Wien, 2018
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Foto: Sophie Muller, "AL/XXXXXII/17", Serie "Alabaster Mentalis", roter Parnonstein, 34 x 24 x 24 cm, 2017, Ausstellungsansicht Bildraum Bodensee | Foto: Petra Rainer, 2018 © Bildrecht, Wien 2019

Ausstellung

EMOTIONAL JOURNEY | Evelyn Loschy, Marko Marković, Veronika Merklein, Sofie Muller, Viktors Svikis, Marko Zink

22. Februar 2018

Bildraum Bodensee, Seestraße 5, 6900 Bregenz
Öffnungszeiten: Di, Do 13-18 Uhr, Fr, Sa 11-16 Uhr

Eröffnung: Donnerstag, 22. Februar, 19 Uhr

Begrüßung:
Günter Schönberger, Bildrecht
Zur Ausstellung:
Michaela Stock, Galerie Michaela Stock

Die Interaktion und der emotionale Austausch zwischen KünstlerInnen, Kunstwerk und BetrachterInnen bilden einen Brennpunkt der künstlerischen Erforschung. Gefühle werden in einer von Distanz geprägten Gesellschaft gern in die Privatsphäre geschoben, im Bildraum Bodensee werden sie öffentlich wahrnehmbar. Sechs internationale Kunstschaffende gehen dem Phänomen der Emotionalität in Zeichnungen, Fotografien, Skulpturen, Videos und Performances auf den Grund. Evelyn Loschy (AT), Marko Marković (HR), Veronika Merklein (DE/AT), Sofie Muller (BE), Viktors Svikis (LV) und Marko Zink (AT) thematisieren Tabuthemen wie Angst, Wut, Trauer, Scham aber auch Freude. Divergente Positionen zu Trauma, Sexualisierung, aber auch zu Sarkasmus und Humor werden in Emotional Journey in den Mittelpunkt gerückt.

Für die deutsche Künstlerin Veronika Merklein ist der menschliche Körper das zentrale Element ihrer Performances und Fotoarbeiten. Ausgehend vom eigenen Körper hinterfragt sie Körper- und Nahrungsmittelpolitiken. Merklein bedient sich dabei vorwiegend popkultureller Elemente. Mit diesen untersucht sie asymmetrische Machtverhältnisse und die Objektifizierungsmuster, welchen die Menschen in der heutigen Konsumgesellschaft unterliegen und die diese im sozialen Umfeld oft auf ihr Äußeres reduzieren.

Die Skulpturen und Rauchzeichnungen der belgischen Künstlerin Sofie Muller kreisen um existenzielle Themen wie Verletzung und Traumatisierung, psychische Fragilität, sowie Sehnsucht nach Gemeinschaft. Die Künstlerin entwirft eine anspruchsvolle Vision unserer Realität, indem sie deren Widersprüche und Komplexitäten aufdeckt. Mit zugleich verstörenden und einfühlsamen Bronzefiguren von Jugendlichen erforscht sie den menschlichen Körper als Ausdrucksträger seelischer Zustände und mentaler Befindlichkeiten.

Die österreichische Künstlerin Evelyn Loschy arbeitet mit unterschiedlichen Materialien und Methoden - Video, Fotografie, ortsspezifischen Interventionen, kinetischen, (auto-)destruktiven Skulpturen. In letzteren befasst sie sich mit der Konstruktion und Dekonstruktion von Wirklichkeiten. Die Zerstörungstendenzen in der bildenden Kunst versteht Loschy als Echo eines allgemeinen kulturgeschichtlichen Wandels und bezieht sie auf ihre eigene Gefühlswelt, aber auch auf die emotionale Welt der RezipientInnen.

Auffällig an der Malweise des lettischen Künstlers Viktors Svikis ist seine unmittelbare Ausdruckskraft, die kaum von konzeptuellen Überlegungen geleitet ist. In Kohlezeichnungen und Ölmalereien zeigt er Szenen der Kraft, Macht und Gewalt in Alltags- und Ausnahmesituationen. Svikis deckt auf ohne zu werten, seine Protagonisten wirken eigentümlich isoliert.

Der österreichische Fotograf Marko Zink begibt sich in seinen analogen, mechanisch und chemisch bearbeiteten Fotoserien auf die Suche nach der verlorenen Zeit und erzählt uns (s)eine private Geschichte, in der er über Körpervorstellungen und soziale Rollenkonzepte reflektiert. Durch die Bearbeitung des Filmmaterials ergeben sich unvorhersehbare Effekte zumeist unscharfer Art. Zink verweist damit auf physische oder metaphysische Konzepte sowie emotionale Dissonanzen und Irritationen.

Der kroatische Medienkünstler Marko Marković hinterfragt Machtstrukturen sowie politische Systeme und reizt gesellschaftliche Tabus aus. In seinen Performances schreckt er auch vor radikalen performativen Statements nicht zurück. Seinen Körper setzt er ein, um Geschichten des offenen Widerstands sowie innerer Konflikte zu erzählen, Geschichten eines emotionell aufgeladenen Kampfes um Macht und Unterwerfung. Die damit verbundene Kunst der Selbstverletzung ist stets auch eine Attacke auf das Publikum. Wenn sich jemand im Namen der Kunst selbst körperlich schadet, sind Opfer und Aggressor eins.

Eine Kooperation der Bildrecht mit der Galerie Michaela Stock.

Ausstellungsdauer: 22. Februar – 3. April 2018