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Foto: Evalie Wagner | jardin perdu, Paliano bei Rom, 2018 © Bildrecht Wien, 2019

Ausstellung

EVALIE WAGNER | jardin perdu

1. August 2019

Begrüßung:
Mirjam Angerer-Geier, Bildrecht
Zur Ausstellung:
Ramón Reichert, Kultur- und Medienwissenschaftler

It is not down in any map;
true places never are.”
Herman Melville, Moby Dick, or, The Whale (1851)

Die Ausstellung jardin perdulädt in einen Raum, der installative Klarheit mit Poesie verbindet. Hier arrangiert Evalie Wagner Pflanzen, Malerei und Objekte zum Stillleben als konstruiert-vergängliches Idyll. “le paradis perdu”, das verlorene Paradies, meint die rätselhafte Unverortbarkeit und Allgegenwart idealer Orte.

Wie die historisch nie fassbaren Gärten der Semiramis wirkt der von Evalie Wagner begrünte und belebte Bildraum 01 harmonisch, utopisch und dystopisch zugleich. Wie „ein hängender Garten, der sich in einen Raum inmitten der Stadt verirrt hat“ schwingt Wagners zarter Vorhang ausgewählter Pflanzen zwischen Werden und Vergehen, symbolischer Größe und Sentiment.

Pflanzen als Motive der Kunst und der Garten in seiner vielschichtig-kulturgeschichtlichen Bedeutung inspirieren Wagners Werk. Erste Impulse zu diesen Arbeiten kamen von einem Fresko in Pompeji sowie der darauffolgenden Reise zu botanischen Gärten und Gewächshäusern, deren Ursprung im Mittelmeerraum liegt.

Wagners ästhetisches Vokabular umfasst überraschende Korrelationen und Modulationen - pastellene Verweise zu Film und Literatur der 50er- und 80er-Jahre und Fundstücke verweisen auf Assoziationen und Referenzen, die sie in spielerischer Auseinandersetzung subtil in die Gegenwart holt. Es ist ein assoziativ-geheimnisvolles Vexierspiel mit Raum, Form und Konzept und der Botanik als Metapher und Mittel, all dies in Atmosphäre aufzulösen. Das eigentliche Element ist die Luft zwischen den Pflanzen und Artefakten im feinsinnig gestalteten Raum. Es sind jene Halbtöne, die das Sichtbare mit dem Unsichtbaren verweben.

Dauer der Ausstellung:
2. - 30. August 2019


Mehr Informationen auf der website von Evalie Wagner

In Kooperation mit dem Botanischen Garten der Universität Wien
Mit Unterstützung des Kulturland Oberösterreich