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Foto: JUDITH WAGNER, aus der Serie KIDS, 2015 (Detail) | © Bildrecht, Wien 2019

Ausstellung

JUDITH WAGNER | KIDS

24. Juni 2015

Bildraum 01 | Strauchgasse 2, 1010 Wien
Di-Fr: 13-18 Uhr

Eröffnung: Mittwoch, 24. Juni 2015 um 19 Uhr

Begrüßung:
Mag. Günter Schönberger, Bildrecht
Zur Ausstellung: 
Dr. Elisabeth Voggeneder, Kunsthistorikerin

Judith Wagner gibt mit der Ausstellung KIDS den Blick auf eine neue Phase innerhalb ihrer bildhauerischen Tätigkeit frei. Basierend auf einer expressiven Formensprache, in der sie die Grenzen des Abstrakten erforschte, tastet sich Judith Wagner in dieser Serie nun an eine klar figurative Technik heran.

In der Ausstellung im Bildraum 01 werden zwei Positionen ihrer aktuellsten Arbeiten gezeigt - zum einen vier Kinderportraits der Serie KIDS, zum anderen Pferdplastiken, die größtenteils im Rahmen einer Projektstudie mit dem hyperrealistisch arbeitenden Bildhauer John de Andrea im vergangenen Jahr entstanden sind. Der neue künstlerische Ausdruck lässt sich bereits an den leichten anatomischen Überzeichnungen der Pferde ablesen, einem Motiv, das die gesamte Arbeit der Bildhauerin durchzieht, unvermittelt zwischen der Auseinandersetzung mit dem Menschen und der Figur immer wieder aufscheint und so auch Eingang in diese Ausstellung gefunden hat.

Ausgehend von der Porträtfotografie der Neuen Sachlichkeit, bis zu Thomas Struth's Serien mit der Thematik des "präzisen Sehens", entstand der Zyklus KIDS. Der dokumentarische und nüchterne Charakter der Darstellung lässt die Figuren der Kinder ohne große Geste und durch bloßes Sein in Erscheinung treten. Einerseits setzten sich die Kinder mit ihrer verletzlichen Nacktheit dem Betrachter vollkommen aus, andererseits wirken sie durch ihren unbestechlichen Ausdruck stark und wehrhaft.

Bei den realistischen Körperbildern kommen ebenfalls sehr subtile Verschiebungen und Veränderungen der Anatomie zum Tragen. Zarte Abweichungen irritieren und wirken auf den ersten Blick verunsichernd. Neben dem Evozieren von Irritationen versucht Judith Wagner mittels geringfügiger Manipulationen die Aussage und den Inhalt der jeweiligen Plastik zu verstärken. Die kräftige Farbgebung bricht zudem mit der Nachempfindung der naturalistischen Vorlage und rückt den stillen Gestus der Figuren in ein Spannungsfeld zwischen Ruhe und Ausdruck.


Auszug an Eindrücke zu den neuen Positionen der Künstlerin:

Judith Wagners neue Arbeit traut sich 
allein an den schlichten Körper heran. 

Vollkommen werden die
künstlerischen Möglichkeiten 
der Haltung, des Ausdrucks und der Bewegung zurückgenommen. 

Ein Zurücknehmen das uns 
bei den Figuren ankommen lässt 

uns unmittelbar 
dieser Stille 
gegenübertreten lässt 

ohne Dazwischen. 

Thomas Gronegger


Weitere Informationen auf der Homepage von Judith Wagner

Ausstellungsdauer:  25. Juni - 28. August 2015