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Foto: Petra Rainer, Selina Reiterer, Comments on matter, Ausstellungsansicht 2016 © Bildrecht Wien, 2016
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Foto: Petra Rainer, Porträt Selina Reiterer, 2016 © Bildrecht Wien, 2016
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Foto: Petra Rainer, Selina Reiterer, Comments on matter, Ausstellungsansicht Bildraum Bodensee, 2016 © Bildrecht Wien, 2016

Ausstellung

SELINA REITERER | comments on matter

20. September 2016

Bildraum Bodensee, Seestraße 5, 6900 Bregenz
Öffnungszeiten: Di, Do 13-18 Uhr | Fr, Sa 11-16 Uhr

Eröffnung Dienstag, 20. September 2016, 19 Uhr

Begrüßung:
Günter Schönberger, Bildrecht

Zur Ausstellung:
Clare Molloy, freie Kuratorin, Berlin

Selina Reiterer präsentiert im Bildraum Bodensee Arbeiten, die während ihrer Forschungszeit an der ETH Zürich entstanden sind und der konsequenten Beschäftigung mit smart materials entspringen. Diese intelligenten Werkstoffe sind unterschiedlich steuerbare Materialien, die entweder durch aktive Energiezufuhr beeinflusst werden oder selbständig auf veränderbare Umweltbedingungen, etwa Temperaturveränderung, reagieren können und bilden einen festen Bestandteil ihrer künstlerischen Versuchsreihen. Der Umgang mit technischen und wissenschaftlichen Prinzipien prägt die Forschung von Selina Reiterer maßgeblich, doch ist die enge Verbindung zur Gegenwartskunst als Quelle der Inspiration in allen Arbeiten vorherrschend. Das Bestreben verschiedene Bereiche des angewandten Textildesigns mit abstrakter Kunst zu vereinen, führt sie über Experimente mit der Wandelbarkeit dieser synthetischen Materialien zu einer gänzlichen Neudeutung ihrer Funktionalität. Angesichts einer zunehmend vernetzten Welt und den rasanten Fortschritten auf dem Gebiet der Technologie, sucht sie nach Wegen alte Handwerkskunst und traditionelle Techniken mit den heutigen Medien und der digitalen Welt zu verknüpfen und die sensorischen und haptischen Eigenschaften bestimmter Materialien in zukunftsweisende Ideen einzubinden.

In der Ausstellung „comments on matter“ zeigt Selina Reiterer den BesucherInnen eigene Handlungsspielräume auf, die sich in Form von Klang- und Erlebnisgeschehen unmittelbar im Kunstwerk äußern. Mit “sound rug – carpets for aeroplanes”, einem Teppich-Objekt, untersucht sie die Möglichkeiten Textilien in Klang zu übersetzen. Durch Deformierung des Stoffes wird eine zeitgleiche Deformierung im Sound erzeugt und eine Arbeit geschaffen, die erst in der Interaktion entsteht, verändert, mutiert und evolviert werden kann. Der Computer und der Teppich in seiner neuen Funktion als Interface, dienen dabei als Übersetzungsapparaturen, die es der Textildesignerin ermöglichen rein über das Kommerzielle und Angewandte hinauszugehen. Auch in dem Projekt „AQSR - swim“, entstanden in Zusammenarbeit mit der Modedesignerin Adriana Quaiser, werden die haptischen und visuellen Qualitäten von hydrophoben (wasserabweisenden) Textilien ausgereizt und die gängigen Blickweisen auf moderne Technologien erweitert. Selina Reiterer versteht ihre Portotypen als offene und lebendige Systeme, die sich stets weiterentwickeln lassen. Die Balance zwischen der Seduktion des Interakteurs und der konzeptuellen, künstlerischen wie technischen Herausforderung zu finden, ist Triebkraft ihrer Arbeit, die in allen Exponaten die Faszination am Textil zum Ausdruck bringt. Ergänzend zu ihren Prototypen präsentiert die Designerin eine Sammlung von Prints, Fotos und Videos, die das Thema der vielfältigen Möglichkeiten des textilen Mediums behandeln.

Mehr Informationen finden Sie auf der Homepage von Selina Reiterer.

Ausstellungsdauer: 20. September - 15. Oktober 2016