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Foto: Thomas Lidy | Size Matters, 2015 Wildschweinfell, Sprayfarbe | 160 x 200 cm (Detail) | © Bildrecht, Wien 2019

Ausstellung

THOMAS LIDY | Size Matters

23. September 2015

Bildraum 07 | Burggasse 7-9, Wien 7
Öffnungszeiten: Di - Fr: 13 - 18 Uhr

Eröffnung: Mittwoch, 23. September 2015 um 19 Uhr

Begrüßung:
Günter Schönberger, Bildrecht
Gespräch mit dem Künstler:
Manisha Jothady, Kulturjournalistin

Tierfelle, Geweihe, Waffen - ein Sammelsurium an Symbolen und Trophäen aus der Jägerzunft zieht Thomas Lidy für seine Ausstellung im Bildraum 07 heran. Thematisch an die vorangegangene Gruppenschau „Die Waffe in der Kunst – Die Kunst als Waffe“ angelehnt, setzt sich Size Mattersmit der männlichen Dominanz und den damit verbundenen Klischees - von Gewaltneigung, Allmachtphantasien über Potenzansprüche, ironisch und kritisch auseinander. Der Name ist Programm - sowohl in Lidys Bildinhalten als auch in seiner Formatwahl. Der ursprünglich aus der Graffiti Art stammende Künstler verwendet tierisches Material, bevorzugt Felle und Geweihe, die er ihrem traditionellen Bedeutungskontext als Bettvorleger, Jagdtrophäen, oder als Grundstoff für Kleidungsstücke entreißt und in gebrandete und besprühte Leinwände, in seltsame, meterlange Hybride aus Totem und Artefakt transformiert. Hierin verarbeitet Lidy archaische und moralische Motive, genauso wie alltägliche und pop-kulturelle Symbole.

Unverkennbar in Thomas Lidys Arbeiten ist auch der Bezug zu Aneignung und vermeintlicher Zerstörung, zum Vandalismus der Graffitikunst. Die tierischen Überreste nutzt er für eine verstörende Sichtbarmachung ebenso verstörender Machtdemonstrationen. Size Mattersunterstreicht die maskuline Konnotation in den Repräsentationen von Macht, Begehren und sozialer Geltung und zeigt die phallische Ökonomie, die unsere symbolische Ordnung noch heute umfassend prägt. So bleibt auch die männliche Lust als Dominante im Raum stehen, geht sie doch im Kampf um gesellschaftliche Akzeptanz noch immer als Sieger hervor. Thomas Lidy thematisiert in der für in kennzeichnend (selbst-)ironischen Bildsprache die klischeehaften Vorstellungen und Artikulationen von Männlichkeit, konfrontiert aber zugleich auch mit den vermeintlich weiblichen Attributen der Passivität und Unterwerfung. Seine Pferde- und Wildschweinfelle sind sozial-kritische Kampfansagen, überdimensional aufgespannte Reizthemen und humoristische Größenvergleiche aller Art, die er als Porsche unter seinen Trophäen erstmals präsentiert.

Mehr Informationen auf der Homepage von Thomas Lidy


Ausstellungsdauer: 24. – 30. September 2015