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DAVID ROTH | IMAGINE
Foto: David Roth | IMAGINE (Thirty-four Figurative Paintings), Videostill (Detail), 2021 © Bildrecht, Wien 2021

DAVID ROTH | IMAGINE

Finissage: Freitag, 24. September um 19 Uhr

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DAVID ROTH | IMAGINE
Foto: David Roth | IMAGINE (Thirty-four Figurative Paintings), Videostill (Detail), 2021 © Bildrecht, Wien 2021

DAVID ROTH | IMAGINE

Finissage: Freitag, 24. September um 19 Uhr

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DAVID ROTH | IMAGINE
Foto: David Roth | IMAGINE (Thirty-four Figurative Paintings), Videostill (Detail), 2021 © Bildrecht, Wien 2021

DAVID ROTH | IMAGINE

Finissage: Freitag, 24. September um 19 Uhr

DAVID ROTH | IMAGINE

Bildraum 01

31. August 2021 bis 24. September 2021

Von 31. August - 24. September 2021 ist die Ausstellung "IMAGINE" von David Roth im Bildraum 01 unter regulären Öffnungszeiten (Di-Fr: 13-18 Uhr) zu sehen.



Private Einzelführungen sind mit der Bildraum-Leitung ebenfalls nach Vereinbarung unter bildraum@bildrecht.at möglich.

COVID-19: Bei Besuchen bitten wir Sie einen Mund-Nasen-Schutz zu tragen. Bitte kommen Sie zu allen Veranstaltungenmit aktuellem 3GNachweis (getestet, genesen, geimpft)


Wenn David Roth eine Leinwand durch die Landschaft schleift und die entsprechenden Spuren und Kratzer letztlich ein Bild ergeben – gemalt vom Weg und durchs Gehen, dann liegt dieser Arbeit genauso ein Prozess zugrunde wie dem in seiner Ausstellung »Imagine« im Bildraum 01 gezeigten monochromen Bild »Thirty-four Figurative Paintings«: Dieses hat Roth mit der Asche gemalt, die er aus 34 seiner figurativen Malereien gewonnen hat, die er zu diesem Zweck verbrannt hat. Aus vielen Bildern wird eines, ein anderes, in das sie übergehen, ein Prozess, in dessen Verlauf sich figurative in abstrakte Malerei verwandelt, die vormalige Gegenständlichkeit sich selbst zur Spur dieser Transformation vergegenständlicht. Was man sieht, ist eine zum Aschgrau neutralisierte Farbigkeit, ein Farbauftrag, der die Pinselspuren weitgehend zum Verschwinden bringt, ein Bild, das aus all den anderen hervorgegangen ist und diese zugleich dem Blick entzieht. Man sieht nicht, was man nicht mehr sieht, weil wir nicht wissen, wie die Bilder davor ausgehen haben. Der Ausstellungstitel »Imagine« wendet sich an die Vorstellung, dass das monochrome Bild die anderen transformiert in sich trägt, dem Blick entzogen und der Vorstellung überlassen. Eine Fotografie zeigt die Schüssel mit der Asche, freigestellt auf einer weißen Fläche, jedem Kontext und jeder Geschichte entzogen. Ein Video dokumentiert die Hände des Künstlers, die durch die Negativ-Aufnahme selbst der Farbe beraubt werden und in der Asche rühren – haptisch den Farben nachspüren, die dem Video in der Postproduktion gewissermaßen als Echo nachgereicht werden. Man sieht, was man nicht sieht, dass man etwas anderes sieht, eine Sichtbarkeit, die etwas zum Vorschein bringt und zugleich vorenthält. Was sichtbar wird im Wissen um diese Transformation, ist eine Gegenwart, die sich nur als Gegenwärtigkeit vermittelt, als Zeitpunkt, dem Vorangegangenes so verwandelt und präsent wie uneinholbar vorausgeeilt ist und dem zugleich schon die Möglichkeit der nächsten Verwandlung in wieder anderes innewohnt. Was sich als Bild, als Objekt, als vergegenständlichte Spur zu erkennen gibt, zeigt sich nur als Zustand, als Möglichkeit, die sich aktualisiert hat, sich das Recht herausnimmt, einen Moment von Realität für sich in Anspruch zu nehmen, nicht weit entfernt von dem Augenblick, den eine Fotografie aus dem Zeitfluss herauszulösen hofft, diesen Augenblick, der in der Lage ist, die vorangegangenen und kommenden in sich aufzunehmen, einen Augenblick, der aus der Zeit fällt oder einer anderen Zeitrechnung Ausdruck verleiht, einer Zeit, in der die Transformation weniger Vergehen oder Produktion sondern Metamorphose bedeutet.

Was bedeutet es, wenn ein Kunstwerk in ein anderes Kunstwerk übergeht, oder ein Kunstwerk in etwas anderes, das dem Bereich der Kunst nicht mehr zugerechnet oder vorenthalten wird? Was bedeutet es für die Sichtbarkeit, wenn diese an die Vorstellung appelliert, an einen Bereich, der sich den Augen entzieht, eine andere Form von Sehen, ein Vorstellen, ein Schauen im Sinn hat? In den Arbeiten von Roth gehen das Zeigen und Vorenthalten so ineinander über wie auseinander hervor. Damit wird aber keinem metaphysischen Jenseits des Wahrnehmbaren das Wort geredet sondern einem Blick auf die Gegenwart, der dieser auf Augenhöhe begegnet, indem er sie an die Transformation erinnert, aus der sie hervorgegangen ist und auf die sie zugleich zusteuert. Stellen wir uns vor, »Imagine«, dass das gleiche Bild, das aus der Asche der anderen hervorgegangen ist, ein anderes sein wird, wenn wir es wieder sehen, weil die Gegenwart um dieses wie um uns herum eine andere geworden sein wird.

Andreas Spiegl

Ausstellungsdauer: 31. August - 24. September 2021

Mehr Informationen finden Sie auf der website von David Roth

Galerievertretung: Dürst Britt & Mayhew (NL)| durstbrittmayhew.com