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TING-JUNG CHEN | TO STEINWAY
Foto: Ting-Jung Chen | To Steinway (A ♭ ), 2022 | Klangskulptur / Kinetische Mehrkanal-Soundinstallation (2+4 Kanal) | Foto: Anpis Foto | © Bildrecht, Wien 2024

TING-JUNG CHEN | TO STEINWAY

Eröffnung: Dienstag, 28. Mai, 19 Uhr

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TING-JUNG CHEN | To Steinway
Foto: Ting-Jung Chen | To Steinway (A ♭ ), 2022 | Klangskulptur / Kinetische Mehrkanal-Soundinstallation (2+4 Kanal) | Foto: Anpis Foto | © Bildrecht, Wien 2024

TING-JUNG CHEN | To Steinway

Eröffnung: Dienstag, 28. Mai, 19 Uhr

TING-JUNG CHEN | To Steinway

Bildraum 01

28. Mai 2024 bis 4. Juli 2024

Im Bildraum 01 zeigt die Künstlerin Ting-Jung Chen die kinetische Soundinstallation To Steinway (A♭, D.C.). Inspiriert von dem als ideal geltenden Klang des Steinway Klaviers spielt das zweigliedrige Ensemble automatisch und bildet die Harmonie-Serie der Tonika A♭.

Ting-Jung Chens künstlerische Praxis wurzelt in der Erforschung verflochtener kulturell-politischer Semiotik, die von historischen Ereignissen inspiriert sind. Besonderes Augenmerk liegt dabei auf den sozial- und geopolitischen Spannungen zwischen Gruppen, die von unterschiedlichen Ideologien und Propaganda geleitet werden. Es geht um Kollektivität / Zugehörigkeit, der Bildung von Identität und kollektivem Gedächtnis, u.v.m.

Der Ton spielt in ihren Arbeiten und dieser Ausstellung eine besondere Rolle. Geleitet davon wie die Akustik von Ton Zeit und Raum zitiert, eine direkte Verbindung zu Körper, Gefühl und Erinnerung herstellt und mit kulturellen und politischen Bezügen aufgeladen ist, erarbeitet die Künstlerin ihre skulpturalen Klangarbeiten.

To Steinway (A♭, D.C.) ist inspiriert von der Anekdote des Debüt des Steinway Klaviers in Taiwan. 1972 wurde es vorgestellt, um die Feier des Taiwan-Rückgabe-Tags mit einem idealen Klang zu würdigen. Sechs Jahre zuvor hatte der bekannte Pianist Rubinstein wegen des fehlenden Steinways Taiwan nicht in seine Tournée inkludiert. Die Künstlerin re-inszeniert das angeblich während der Feierlichkeiten gespielte Stück „Kleines Instrumentalkonzert“ des Komponisten Guo Chih-Yuans, dem „Vater der taiwanischen Musik“. Nach den Prinzipien der Harmonielehre wurden im Stück die unvollkommenen harmonischen Noten, außerhalb der Harmonie-Serie der Tonika A♭, zum Verstummen gebracht. Zwei unsichtbare Hände kommunizieren zusammen die Harmonie im Raum. Nur Fragmente der Sätze verbleiben.

Die Soundinstallation nutzt die Struktur des Ausstellungsraums als Resonanzboden. Die Schwingungen des Glases, das als Verstärker und Resonanzkörper der Instrumente dient, wird von Kontaktmikrofonen aufgenommen und durch die im Raum positionierten Lautsprecher als Klangbild wiedergegeben. Durch die wiederholte Verkoppelung und Trennung im Produktionsprozess - Demontage eines Klaviers, automatisches Spielen, Dekonstruktion des Musikstücks, Schaffung eines veränderten Hörerlebnis durch manipulierte Aufnahme und Wiedergabe – versucht die Arbeit, die Dialektik des idealen Klangs in der Raumresonanz herauszuarbeiten, und kritisch auf die Ermächtigung der Autorität zu blicken.

Während sich das mehrkanalige Klangstück akustisch mit dem Ort verschränkt und ein sonderliches Zeitgefühl erzählt, werden Skulpturen und Bilder zu Markierungen eines räumlichen Atlas und einer Bewegungsorientierung, die gemeinsam die Körpererfahrung des Publikums wecken.

Ausstellungsdauer: 29. Mai - 4. Juli 2024

Mehr Informationen finden Sie auf der Website von Ting-Jung Chen.

Mit freundlicher Unterstützung von DAAD