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MARKO ZINK
Foto: "Die Ansicht", 2017, Analoge Panoramafotografie, Lamda-Print | © Cortesy of the Artist & Galerie Michaela Stock | © Bildrecht, Wien 2021

MARKO ZINK

M 48°15′ 24.13″ N, 14° 30′ 6.31″ E

MARKO ZINK | M 48°15′ 24.13″ N, 14° 30′ 6.31″ E

Bildraum 07

27. April 2021 bis 19. Mai 2021

Bei seinen Besuchen der KZ-Gedenkstätte Mauthausen hat der Künstler Marko Zink eine ihn verstörende Wahrnehmung gemacht: Der Gedenkort ist für viele eine Sightseeing-Location. Selfies inklusive. Im Bildraum 07 versucht Zink mit fotografischen Mitteln dem Ort seine Würde zurückzugeben.


"Der Ausstellungstitel könnte sachlicher nicht sein: M 48° 15′ 24.13″ N, 14° 30′ 6.31″ E. Es handelt sich um die Koordinaten von Mauthausen. Marko Zink geht es nicht um Dokumentation, sondern um Irritation. Er zwingt zum genauen Hinsehen und eröffnet eine vielschichtige Auseinandersetzung. Mit fotografischen Mitteln versucht er ein zweifaches Verschwinden sichtbar zu machen: die Auslöschung von Menschen und die Tilgung von Erinnerung. Die von Marko Zink gewählte Kunstform ist die analoge Fotografie. Er bearbeitet seine Filme, ehe er sie belichtet. Er kocht oder stanzt sie, behandelt sie mit Chlor oder Tintentod. Mit diesem filigranen Filmmaterial fotografiert er ausgewählte Orte in- und außerhalb des ehemaligen Konzentrationslagers. Manchmal wirken Zinks Fotoarbeiten wie historische Fundstücke, rasch und heimlich aufgenommen, ausgebleicht von der Sonne, halb zerstört durch die Einwirkungen der Zeit. Manchmal scheinen die Fotos mit ihren Beschädigungen auf einer eigenen Ebene von jenem Ungeheuerlichen zu berichten, das sich hier vor weniger als acht Jahrzehnten zugetragen hat. Und manchmal scheint auf ihnen etwas sichtbar zu werden, was nur scheinbar nicht mehr zu sehen ist. Marko Zink erinnert uns mit seiner Arbeit daran, dass es möglich ist: Was an das Vergangene erinnert und was vor dem Kommenden warnt, es ließe sich alles sehen. Wenn wir nur wollen.“  - Wolfgang Huber-Lang

"Der Ansatz für Marko Zinks Fotos – und ich nenne sie bewusst nicht „Fotoserie“, da ihnen jedweder serielle Charakter fehlt – ist ein unverbraucht neuer. Es ist ein Ansatz, der sich der ritualisierten Form der Erinnerung an die Nazizeit und an die Schoah widersetzt. Je ritualisierter das Gedenken ist – sei es während schulischer Massenveranstaltungen oder während politisch verordneter Festabläufe –, desto fragwürdiger ist sein Ertrag. Die offiziellen Rituale der Erinnerung sind formelhafte und leblose Wirklichkeit, die Marko Zink mit seiner Wirklichkeit herausfordert." - Felicitas Heimann Jelinek

Ausstellungsdauer: 27. April - 19. Mai 2021

Weitere Informationen finden Sie auf der Webpage von Marko Zink


Ein Projekt von Marko Zink in Kooperation mit
Galerie Michaela Stock und der KZ-Gedenkstätte Mauthausen

Katalog: „M 48° 15′ 24.13″ N, 14° 30′ 6.31″ E“
Mandelbaum Verlag
AutorInnen: Gudrun Blohberger, Christian Dürr, Barbara Glück, Felicitas Heimann-Jelinek, Wolfgang Huber-Lang, Thomas Licek, Marija Nujic, Bertrand Perz und Felicitas Thun-Hohenstein.

Marko Zink wird vertreten von Galerie Michaela Stock, Wien (AT)

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