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TRICKY WOMEN - TRICKY REALITIES
Foto: Flavia Mazzanti, Sympoietic Bodies, 2020, Videostill

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Foto: Magdalena Pfeifer, Schnittstelle_Interface, 2019, Videostill

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Foto: Flavia Mazzanti, Sympoietic Bodies, 2020, Videostill

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Foto: Magdalena Pfeifer, Schnittstelle_Interface, 2019, Videostill

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TRICKY WOMEN - TRICKY REALITIES 2021

Bildraum 07

9. März 2021 bis 25. März 2021

Von 9. bis 25. März 2021 feiern wir in Kooperation mit Tricky Women/Tricky Realities deren leidenschaftliches Engagement für den Animationsfilm und für die Sichtbarkeit von Filmemacher*innen und Künstler*innen. Zum 20-jährigen Jubiläum präsentiert das Festival Werke von Flavia Mazzanti und Magdalena Pfeifer im Bildraum 07.

Die Filmemacher*innen befassen sich in aktuellen Arbeiten mit den Grenzen des menschlichen Körpers sowie einem postanthropozentrischen Weltverständnis. Bei Flavia Mazzanti geht dabei die Wahrnehmung über die physische Schwelle und die binären Teilungen von Innen-Außen, Subjekt-Objekt hinaus. Ihr Film „Sympoietic Bodies" eröffnet uns eine fragmentierte Vielfalt jenseits physischer Einschränkungen, die sich im Kontrast zwischen Digitalkameraeinsatz und der Verwendung von Animation wiederfindet. Für Magdalena Pfeifer gab eine Auseinandersetzung mit historischen, demografischen und räumlichen Faktoren den Anstoß für die Entstehung des als Doppelprojektion aufgeführten Films „Schnittstelle_Interface“. Ihr Fokus gilt der Materialität dieses analogen Films, den sie aus der sukzessiven, bewegungsanalytischen Belichtung der Kamera herauslöst, um Wahrnehmungs- und Mentalisierungsprozesse aufzuzeigen.


FLAVIA MAZZANTI | Sympoietic Bodies

Flavia Mazzanti ist eine italienischbrasilianische Architektin und Künstlerin, Absolventin der Akademie der bildenden Künste, Wien, und der Architektur-Akademie in Mendrisio (CH). Ihr Masterarbeitsprojekt erhielt 2020 den Gustav-Peichl-Preis für Architekturzeichnung und den Würdigungspreis der Akademie für künstlerische Arbeit. Mazzanti konzentriert sich auf postanthropozentrische und postdigitale Beziehungen zwischen Körpern, Umgebungen und Gesellschaften, die von architektonisch-philosophischer Theorie über Medienkunst bis hin zu experimentellem Filmemachen reichen.

Im Bildraum 07 stellt sie neben Vorstudien und fotografisch-ausgearbeiteten Stills mit dem hybriden Kurzfilm "Sympoietic Bodies" ihr aktuelles Hauptwerk vor. 2020 ausgezeichnet mit dem Artist-in-Residence-Programm „Pixel, Bytes + Film“ für Medienkunst des ORF III, befasst sich der Film mit der Vielfalt und der Fragmentierung von physischen Repräsentationen des weiblichen Körpers sowie deren Wechselbeziehungen mit der Umwelt und der Gesellschaft. Bezugnehmend auf die US-amerikanische Anthropologin und Feministin Anna Tsing, spricht Flavia Mazzanti darin über eine Welt, die aus in sich verstrickten Situationen, aus "Assemblagen", besteht. Damit will sie sowohl Abhängigkeitsdynamiken zwischen einzelnen Elementen aufzeigen, als auch ein komplexes Ganzes einfangen, das in einem scheinbar autonomen, sich verselbstständigendem Fluss existiert.

So geht die eigene Wahrnehmung und jene des Umfelds bei Mazzanti über die physische Schwelle und die binären Teilungen von Innen-Außen, Subjekt-Objekt, hinaus. „Sympoietic Bodies" eröffnet uns eine fragmentierte Vielfalt, die sich auch im Kontrast zwischen Digitalkameraeinsatz und der Verwendung von Animation wiederfindet. Eine Vielfalt, die nach Mazzanti „jenseits physischer Einschränkungen in einem Bereich stattfindet, in dem kein Geschlecht existiert, und wo Körper und Umgebung in ständigem Austausch miteinander verstrickt sind.“

Short-Trailer, Flavia Mazzanti „Sympoietic Bodies", 2020


MAGDALENA PFEIFER | Schnittstelle_Interface

Mit „Schnittstelle_Interface“ von Magdalena Pfeifer zeigt Bildraum 07 ein Werk einer multidisziplinären Künstlerin und Filmemacherin. Ausgehend von Beobachtungen und Hintergrundrecherchen zu historischen und sozio-ökonomischen Zusammenhängen befasst sich Pfeifer in ihrer künstlerischen Praxis mit Raum- und Zeitbezügen von Körpern zu deren Umwelt. Im Zuge ihrer Beteiligung am Viertelfestival Niederösterreich 2018 gab die Auseinandersetzung mit politischen, demographischen und räumlichen Prozessen Anstoß für die Entstehung von „Schnittstelle_Interface“.

Im Super-8 und 16mm Format gedreht und ausschließlich als Doppelprojektion aufgeführt, untersucht der Film die 2010 stillgelegte Bahnstrecke der Franz-Josefs-Bahn ab deren Schnittstelle mit der Thayathalbahn, die seit 1891 von Schwarzenau über Slavanice (CZ) bis Jihlava (CZ) führte. Pfeifer beschäftigt sich einerseits thematisch mit der Lokalität und deren Historie, andererseits gilt ihr Fokus der Materialität des analogen Films. Lange Zeit wie selbstverständlich als immaterielles Medium geführt, wird er bei Pfeifer mit seinem materiellen Träger identifiziert. Die Künstlerin setzt beim einzelnen Filmstreifen an, löst ihn aus der Funktion der sukzessiven, bewegungsanalytischen Belichtung der Kamera heraus und greift vielerorts manuell in die optochemischen Prozesse der Aufzeichnung ein. Die so entstandene filmische Abstraktion, die den aktuellen Möglichkeitsraum austestet, verknüpft Pfeifer zugleich mit der Entstehung des Cinematographe in der Filmgeschichte, „L’arrivèe d’un train en gare de La Ciotat“ der Brüder Lumière (1895).

Das Schaffen von Magdalena Pfeifers doppelten Film-Bild, ist nicht als Versuch einer Abbildung der Geschichte und der Gegenwart zu sehen, sondern kann vielmehr als inkludierendes Denkbild verstanden werden: Die Möglichkeit, die Historie im Aufblitzen des Vergangenen in der Gegenwart des Erkennens zu erfahren. Mit der Flüchtigkeit des Erkennens konstatiert sich außerdem die Sorge des Entschwindens. In „Schnittstelle_Interface“ verdeutlicht Pfeifer nicht nur das Bedürfnis das Bild erinnernd aufzubewahren, sondern auch den Impuls aus dem Gewonnenen Schlüsse zu ziehen, die in einen neuen Blick auf unsere Gegenwart und Zukunft eröffnen.


Eine Kooperation der Bildrecht mit

Tricky Women / Tricky Realities 2021

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Logo © Tricky Women / Tricky Realities 2021