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Foto: © Heribert Corn

Dietmar Steiner | 1951 - 2020


Der Architekturtheoretiker und -historiker, Publizist, Gründer und langjährige Leiter des Architekturzentrums Wien, Dietmar Steiner, ist gestorben. Er hat den Architekturdiskurs und die Baukultur Österreichs jahrzehntelang maßgeblich mitgestaltet und beeinflusst.

Dietmar Steiner wurde 1951 in Wels geboren und studierte Architektur bei Ernst A. Plischke und Gustav Peichl an der Akademie der bildenden Künste in Wien. Er war langjähriger Mitarbeiter von Friedrich Achleitners Archiv „Österreichische Architektur im 20. Jahrhundert“. Von 1980 bis 1982 war Steiner Generalsekretär der Österreichischen Gesellschaft für Architektur, bis 1989 lehrte er am Lehrstuhl für Geschichte und Theorie der Architektur an der Hochschule für angewandte Kunst Wien. 1989 eröffnete er sein eigenes Büro für Architekturberatung, von 1995 bis 1999 wirkte Steiner als Redakteur des internationalen Designmagazins Domus in Mailand.

1993 gründete Steiner das Architekturzentrum Wien (Az W) im Museumsquartier. Dieses österreichische Architekturmuseum entwickelte er zu einer herausragenden und international renommierten Dokumentations-, Forschungs- und Vermittlungseinrichtung für Architektur, die er bis zu seiner Pensionierung im Jahr 2016 leitete.

Mit dem Az W, so die Süddeutsche Zeitung in ihrem Nachruf, erfand Steiner "nicht nur das Architekturzentrum als Archiv und Bühne der Baukultur - er erfand im Grunde auch einen Katalysator der Baukulturdebatte." Die österreichische Baukultur der Gegenwart habe ihm ihr Lebendigsein zu verdanken.